You made me laugh in the Purple Rain

Sms: „Prince ist gestorben.“ Sms zurück: „Du spinnst.“ „Das geht doch gar nicht.“ „Ich hab Purple Rain noch nicht live gesehen.“ Stunden später scheinte es dann zu stimmen. Schock und Traurigkeit. Ich möchte meine kleine Princegeschichte hier erzählen. 

Mit 15 sass ich mit meinen Gruftie – Freunden in den damals noch (erlaubt) verrauchten Lokalen, in denen man nicht mal seine eigene Hand vor Augen sah. Da ich die Einzige ohne Glimmstengel war, lichtete sich der Nebel vor mir und man konnte das „Prince – Symbol“ sehen, das ich mir auf die Hand gemalt hatte. Eine meiner Freundinnen blies mir den Rauch ins Gesicht und fragte: „Bist du ein soo großer Fan?“ „Ja, das bin ich“ war meine Antwort. Warum? Prince hat es mit seiner Kunst > der Musik geschafft, mich vollends emotional zu ergreifen. Er versetzt(e) mich unmittelbar in die Gefühlsebene, die von jeher so schmerzhaft und heilend war. Ich bekomme Gänsehaut. Meine Gedanken klären sich und ich spüre Inspiration, Träume kommen auf. Zu Cream habe ich mit 17 eine Choreografie geschrieben, die ich mit meiner gesamten Klasse vor den Nonnen mit offenen Mündern in unserer Klosterschule vorgeführt habe. Diamonds and Pearls, Most beautiful Girl in the World, Gold und allen voran, allen voran (nicht nur seiner Meisterwerke sondern aller musischen Meisterwerke dieser Welt): Purple Rain.

Vor einigen Jahren war es dann soweit, Prince gab ein Österreich – Konzert. Zuerst hiess es in Linz, kurzerhand wurde es nach Wien verlegt. Wir sind mit dem Auto hingefahren und wieder zurück, am selben Tag. Es war schön und schön anstrengend und tragisch, wisst ihr warum? Das habe ich bis heute nicht verkraftet. Wir kamen zu spät. Und Prince hat das Konzert mit Purple Rain eröffnet.

Vor zwei Jahren dann war ich wegen etwas anderem in Wien. Bei meiner Heimkehr fragte mich mein Chef: „Warst auch beim Prince? 15 Minuten Gitarrenkreischen bei Purple Rain.“ Mir ist alles hinuntergefallen. Es war ein Überraschungskonzert und keiner hat es mir gesagt.

So, nach dieser Un – Befriedigung hab ich mir fest vorgenommen, wieder ein Konzert von ihm zu besuchen um unter tausenden Menschen selig vor ihm zu stehen, weil er Purple Rain nur für mich spielt. Oder ihn für meine Hochzeit zu buchen, er muss auch nur Purple Rain singen und ich würde auch nur deswegen heiraten. Leider bin ich zu spät. Es tut mir sehr leid, dass ein so großartiger Künstler von uns gegangen ist. Prince war Veganer. Er war also vielleicht jemand, der versucht hat wenig Schaden anzurichten, aber vielen vieles gegeben hat. Mir hat er (und wird er auch weiterhin) den Eintritt in die innere Welt schenken.

Gestern lag ich wach und habe nachgedacht. Auf ARTE kam der Film Purple Rain. Ich glaube ich bin zu jung um diese Art Film zu verstehen, viel zu düster. Der Film scheint sehr autobiographisch. Als Prince auf die Bühne kommt, sein Publikum anschaut und beginnt Purple Rain zu spielen, ist seine Größe spürbar. Ich kann nicht in Worte fassen und das kommt bei mir selten vor was dieses Lied mir bedeutet. Es ist wie der Soundtrack meines Lebens. Das, was am Höhepunkt gespielt wird. Es liegt auch nicht mal am Text oder einem speziellen Bezug oder einer Erinnerung, es ist schlicht und ergreifend ein Meisterwerk.

Danke.

 

 

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