Island von oben veganinchen

Island 2017 – Teil I – der Süden & Island von oben

Die Christina war wieder in Island.

Und es gibt was zu berichten: ein Kleinflugzeug – Flug über Gletscher und Krater, von Pfaden und denen die davon abkommen, von mutigen Vögeln, Landmannalaugar und nochmal Landmannalaugar, von einem der stärksten Kraftfelder der Erde und gleichzeitig dem Eingang zum Mittelpunkt derselben, einer Tierrechtsdemo und dem Phallusmuseum in Reykjavik, von einem verloren gegangenen Troll, von Papageientauchern ganz nah und einem roten Strand, in Island.

„Wirklich? Nochmal Island?“ „Ja!“ Ein zweites Mal, ein drittes Mal, ein viertes Mal. Ich habs ja gesagt.

So! dachte ich, diesmal gehen wir es ruhig an. Bleiben immer drei Tage an einem Ort, starren auf die Schönheit und atmen Island einfach ein. Dachte ich!

 

Tag 1

Anflug auf Island. Es wäre so schön gewesen, wir wären über die gesamte Südlänge der Insel geflogen. Wären da nicht die Wolken gewesen. Nur einmal kurz einen Blick auf einen Gletscher erhascht, dann erst wieder in der „Tiefebene“ wolkenfrei. War auch schön. Aber Landmannalaugar… nun ja, da sollte ja noch was kommen.

Reykjavik veganinchen

Ansonsten klappte wieder alles reibungslos. Auto top, Wetter top, das „ich leg mich auf den Boden und bin daheim“ Gefühl sofort wieder da. Diesmal sind wir zuerst nach Reykjavik gefahren, das haben wir 2016 ja gänzlich ausgelassen. Dort angekommen haben wir uns die Kirche angeschaut und sind dann zum Flohmarkt Kolaportið, der mich aber eher gestresst als gefreut hat. Zuviel los, zu viele Geräusche, Menschen, zu viel Ramsch, zu viele Tierprodukte. Also raus. Zum Hafen, zur Konzerthalle. Das Meer einatmen, ja, ich bin wieder in Island. Ein schönes Gefühl.

Nahe der Hauptstrasse Laugavegur haben wir unser Auto geparkt um das dortige Phallus – Museum zu suchen. Neben uns stand eine Menschengruppe mit Plakaten. Ich bin wie immer kopflos an ihnen vorbeigelaufen. So sehr ich mich oft darüber ärgere, diesmal wars gut dass mein Freund immer alles im Blick hat. Er hat nämlich erkannt dass es sich um eine isländische Tierrechtsgruppe handelte, die gerade im Begriff war eine stille Demo abzuhalten – entlang der Laugavegur. Wir haben uns natürlich sofort angeschlossen, sind mitgegangen und haben Plakate gehalten. Was für ein Willkommen in Island, besser hätte es nicht sein können! Es ist uns auch kein einziger böser Mensch begegnet, der uns beschimpft oder schief angeschaut hat. Alle waren interessiert, haben applaudiert oder gerufen, sie wären auch vegan. Hier kann in keinem Fall so etwas wie Heim – Weh aufkommen, denn im sogenannten engen Daheim fühle ich mich oftmals fremder als hier.

Reykjavik veganinchen

Beim Zurückwandern über die Laugavegur haben wir noch drei (!) Second Hand Shops besucht: Spúútnik, Rauði krossinn (Red Cross) und Fatamarkaðurinn. Einer toller wie der andere. Second Hand ist eine Leidenschaft von mir, ich habe dort auch  gefunden was ich gesucht habe. Ach ja – und das Phallus Museum, das könnte auch für einige interessant sein. War es (vorher)  für mich auch aber: so toll war es nicht. Eher ein Gruselkabinett der toten Körperteile. Für meinen Geschmack zu viele Tier – Präparate und das Grauslichste von allem war dann doch der menschliche. Sah so abgerissen aus, so behaart, ach, einfach ekelhaft! Aber: Frau muss es gesehen haben.

Abends dann hab ich mich über eine Aussage meines Freundes aufgeregt, die sich dann als Glück erwiesen hat. Wir saßen an der Küste, kauten Nudeln aus dem Gaskocher, er meinte beiläufig: „Und was machen wir nochmal morgen? Landmannalaugar?“ Ich ärgerte mich weil ich ihm zuhause minuziös den Islandplan vorgelegt und mich darauf verlassen hatte, dass er dies so wie ich im Hirn genau abspeichert. So entgegnete ich nur: „Vielen Dank fürs Zuhören“, war dann zwei Minuten still und sagte dann: „Aber Moment, eigentlich keine schlechte Idee. Da der Wetterbericht nur mehr zwei Tage schön meldet, wäre es besser morgen statt in drei Tagen nach Landmannalaugar zu fahren.“

 

Tag 2

War es auch, wir tauschten die Tage und das war gut so! Nach einer Nacht in einem AirBnB in Reykjanesbær fuhren wir also voll beladen mit all unserem Zeug der F208 entgegen. Noch entschlossen im Hochland mal eine neue F – Strasse auszuprobieren um die wundervollen Highlands so gut es geht zu erkunden. An einem Tag. Ich seufze, weil das Hochland eigentlich eine Woche wert ist.

Wir machten auch dieses Jahr wieder Halt im Gjáin Tal. Kurz gesagt, der schönste Ort den ich jemals gesehen habe. Ja, man glaubt es mir nicht weil ich auf Island ungelogen alle drei Stunden laut aufschreie: DAS IST DAS SCHÖNSTE WAS ICH JE GESEHEN HABE! aber gäbe es einen Ort, der meine Seele beschreiben würde, wäre es Gjáin. Gäbe es ein Land, eine Insel, wäre dies Island, aber auf dieser Insel ist es dieser Ort. Wie (m)eine Seelenlandkarte. Den Ort zu beschreiben ist zu nahe an mir selbst (für das Internet). Nur soviel: es ist dort sehr lieblich, kleine Wasserfälle, viel Moos, viel Vegetation, es gibt kahle, harte, verzweifelte Stellen und es fließt Energie, überall. Kristallblaues tosendes Wasser, reine Energie. Tierfiguren, ein Löwe, ein Nilpferd, ein Gorilla. Gäbe es den Kaninchenhimmel, wäre er auch dort. Schmale, kleine Pfade. Ein bisschen geheim, und so soll es auch bleiben.

Nachdem ich genug Kraft gesammelt und mich mit Schmerz verabschiedet habe (diese Abschiede sind immer Abschiede für lange Zeit, ich kann hier nicht einfach mal so vorbeischauen) sind wir weitergefahren nach Landmannalaugar, auf uns bereits bekannten Strassen. Diesmal kam es uns gar nicht mal so lang vor wie 2016, unsere Erwartungshaltung war einfach anders. Letztes Jahr saß ich noch voller Hoffnung am Beifahrersitz und rief: „Nur mehr 25 km! In einer halben Stunde sind wir da!“, diesmal hielt ich mich schon fest und erwartete dir Rüttler und die langsame, lange Anfahrt. Und es war nicht so. Mein Freund bretterte diesmal irgendwie schneller über die Strasse. Vielleicht war sie auch abgefahrener. Vielleicht war es aber auch von Vorteil, dass ich fast jeden Meter noch genau kannte und so die Entfernung einschätzen konnte. Ja wirklich. Ich hatte das letzte halbe Jahr mit Sehstörungen zu kämpfen, meine eingeprägte innere Landschaft ist aber erstaunlich. Ich konnte mich an alles so gut erinnern, als wäre ich nicht lange weg gewesen. Vielleicht erscheint mir mein verklärter Blick deshalb als so „große“ Störung weil ich mir – wenn ich funktioniere – alles immer glasklar einpräge und es mich in vielen Bereichen verunsichert, wenn dies nicht mehr klappt.

Am Eingang zum Nationalpark stand ein Auto mit einer environment agency Mitarbeiterin, die uns darauf hinwies dass wir bitte auf der Strasse bleiben und nicht davon abkommen sollten, weder zum anderen Ausweichen, noch zum Wasser umfahren. Dies wäre eines ihrer massivsten Probleme wegen der Vegetation, die sich nicht davon erholen würde. Ich wäre beinahe ausgestiegen und hätte applaudiert. DANKE ISLAND! Danke! Trotzdem, es gibt diese Spuren abseits der Strasse, von den ganz Coolen, von den so lange Coolen bis sie erkennen, welche Trottel sie sind.

Landmannalaugar veganinchen

Wir durchfuhren Steinwüsten, kletterten auch wieder zum Hnausapollur (Kratersee). Ich liess das Grün, das Blau, den Wind, den Sand, die Stille, die Weite und ein Vögelchen auf mich wirken, war glücklich und traurig dass ich wieder gehen muss, dass diese Plätze für mich nicht erreichbar sind, wenn ich sie so sehr brauche. Habe versucht Kraft mitzunehmen, so viel dass es bis zum nächsten Mal reicht. Auch diesmal hab ich wieder sehnsüchtig über die Hügel geschaut, Richtung Osten, da wo sich riesige Seen und kristallblaue Flüsse auftun, dort drüben ist das Wunderland. Aber dafür muss ich noch einige Bequemlichkeiten ablegen, um dort richtig lange zu bleiben. Dort gibt es einfach nichts, außer dieser Schönheit.

Erst spät erreichten wir Landmannalaugar, weil ich mich eben so schwer trennen kann. Aber dank der Mitternachtssonne ist das auf Island kein Problem. Wir entschieden uns wieder über das Lavafeld (Hraun) zu klettern. Positiv überrascht bemerkten wir, dass Pfade angelegt wurden. Besucher dürfen also nicht mehr (so wie auch wir letztes Jahr) querfeldein über Obsidiane und Moos latschen sondern sich nur mehr auf den markierten Pfaden bewegen, die dementsprechend abgetreten waren. Dafür kommt aber rundherum wieder Vegetation. Danke Island!

Landmannalaugar veganinchen

Wir machten Stopp vor dem großen Moor mit den Aquarellbergen im Hintergrund, jausneten, bis mir das Essen im Halse stecken blieb. Da war eine Gruppe von drei Pensionisten und die wateten einfach mitten durch das Moor! Unbehelligt hielten sie ihre Schuhe in die Höhe und trampelten durch das wunderschöne, so langsam gewachsene, heilige, fünftausendmal geschützte, artenreiche, co2 speichernde, sanfte, zarte Moor! Was sind das nur für Idioten? Selbst in dieser Kulisse kommt man nicht auf den Gedanken dass dies NICHT erlaubt weil NICHT gut ist? Im Endeffekt für uns alle? Wäre ich environment agency Mitarbeiterin, ich wäre danach wohl gefeuert worden. Ich bin bei sowas wie die Katla (Vulkan), innerlich am Kochen und jederzeit ausbruchsgefährdet. Ich hab mich angestrengt meine kürzlich aufgenommene Energie nicht wieder zu verschwenden und meine Wut auf zielgerichtete böse Blicke beschränkt.

Landmannalaugar veganinchen

Diesmal sind wir den Berg noch etwas hinauf gestiegen um zu den rauchenden Feldern zu gelangen, zu dem von mir inzwischen geliebten Schwefelgeruch. Eine umwerfende Aussicht hat sich dort oben erschlossen, über das Lavafeld (welches man erst von weiter weg als „gespeit“ erfasst), über die gemalten Berge, mittlerweile schon in die Abendsonne getaucht. Am Folgetag haben wir (von der Luft aus) dann gesehen, dass dort auch kleine Seen versteckt gewesen wären. Nun gut, wieder ein Grund nach Landmannalaugar zu fahren um diese auch vom Boden aus zu entdecken. Ja R…, wenn du das liest, es MUSS sein. Nochmal und nochmal und nochmal.

Landmannalaugar veganinchen

Wir haben dann einen anderen Rückweg zum Auto gewählt, hinten rum um den Hraun sozusagen, anfangs noch durch das Lavafeld, später dann durch eine Schlucht. Umsäumt von den magischen Bergen, graugrün, bunt.

Landmannalaugar veganinchen

Landmannalaugar veganinchen

Rausgekommen sind wir auf dem großen weiten Feld vor dem berühmten Bergpanorama, ich habe ein Video gemacht:

 

 

Landmannalaugar veganinchen

Im Rückspiegel: die Hekla.

 

Tag 3

Nachdem wir am Vortag spät von Landmannlaugar in meinem Guesthouse angekommen sind (die Männer haben wieder im Zelt geschlafen), mussten wir dann auch wieder sehr früh raus. Die junge Isländerin, die sich um die Gäste kümmerte, war rührend zu uns. Sie schrieb mir einen Brief, da ich so spät erst eincheckte. Dann trafen wir sie doch noch persönlich an und sie bereitete eine Jause für uns zu, weil wir ja vor dem Frühstück schon wieder fahren mussten. Und das nicht nur für mich, sondern auch für Mann und Kind. Vegan! UND mit noch einem Briefchen, ob sie ja hoffentlich alles richtig gemacht hatte, mit vegan und so.

Wir starteten so früh (nix mit einfach dasitzen und Island anstarren) WEIL wir zum Nationalpark Skaftafell mussten, der 2:50 h entfernt lag. Dort war nämlich …………… ein FLUGVÖLLUR! Ja, ich atme tief durch, ich bin immer noch aufgeregt. Die morgendliche Fahrt war wunderschön, ein mit lila Lupinenfelder verziertes, verschlafenes Island. Vorbei an Seljalandsfoss, Skogafoss, Dyrholaey, Vik, Eldhraun, der wilden Katla, der schwarzen Sandwüste Skeidaràrsandur. Letztere schaut bei schönem Wetter übrigens ganz anders aus als bei schlechtem. Man sieht auch viel mehr und weiter, keine Spur von depressiven Stimmungen. Dazu war auch keine Zeit, das vorherrschende Gefühl war bei mir wiedermal Angst und Aufregung. Wir hatten einen Flug mit einem Kleinflugzeug gebucht welches uns über Ausläufe des Vatnajökull – Gletschers bis nach Landmannalaugar bringen sollte. Eigentlich eine Wahnsinnssache, teuer und ein „einmal im Leben“ Abenteuer, etwas, was nicht jede/r macht und worauf ich mich schon JAHRE freue, Angst und das irrationale Vor – Denken, was denn alles sein könnte, kamen mir aber in die Quere. Trotzdem bin ich aber immer noch mutig genug mich in das Abenteuer hineinzustürzen.

So stieg ich ein, wir bekamen Plätze ganz hinten, jeder einen Fensterplatz (mehr Platz war ja nicht) und es ging los. Start und Landung sehr sanft, viel vorsichtiger als in den großen Maschinen. Aber zwischendurch .. hui, hui, hui. Jeder schöne Tag in Island ist ein Geschenk und dieser Tag war ein solches. Aber selbst am schönsten Tag hängen irgendwo in Island Wolken herum. Und was passiert unterhalb der Wolken? Es gibt Turbulenzen, ja genau. Und das nicht zu knapp. Solche spürt man in einem Kleinflugzeug sehr viel mehr als in den großen Flugzeugen. Unmittelbar sozusagen. Man schaut sich selbst dabei zu wie man durchgeschüttelt wird, denn wenn man ausatmet ist man schon wieder ganz woanders als man eingeatmet hat. Wie auch andere Hinweisschilder auf Island ein gar nicht mal so aufdringlicher, ja fast nett gemeinter aber umso mehr gut zu gebrauchender „Ratschlag“ sind, war es dieser lattrige Gurt in dem Kleinflugzeug auch. Wenn du vergessen hast dich anzugurten, dann klebst du wahrscheinlich woanders. Ich bin, trotz brav angegurtet des öfteren geklebt, im Gurt, die Hand mit der Kamera wurde herum geschleudert, dann hing ich mal halb bei meinem Freund drüben, dann wieder ganz woanders. Der Pilot ist gerne gekreist. Über Krater. Das kommt dann noch dazu, dass man schief fliegt, statt gerade. Zu allem Überfluss noch der Klassiker: Ein kleiner Junge vor uns musste Bekanntschaft mit der obligatorischen Kotz – Tüte machen. Ich weiß nicht ob er es vollendet hat oder nicht, jedenfalls konnte man beobachten wie er von Minute zu Minute blasser wurde und die Mutter ihm dann die Tüte reichte. Mir reichte es dann auch, ich hab nicht mehr hingesehen, hier kamen zu viele meiner Ängste zusammen und triggerten mich unaufhörlich. Wenn jetzt dann auch noch potentiell Erbrochenes in meine Richtung geflogen kommt, dachte ich, oder ich es auch nur rieche, dann frage ich um einen Fallschirm. Wäre wahrscheinlich möglich gewesen, der Pilot war durchwegs entspannt, hat sich die Jacke gemächlich an – und ausgezogen, während Fluggäste wie ich alle viere von sich streckten und die Nackenhaare zu Berge standen.

Aber das war nicht alles. Es war nämlich nicht nur wild, es war auch wunderwunderschön. Lassen wir mal das ganze irrationale Denken weg, das mir mein Leben schwer macht. Es könnte, es wäre, es passiere. Wir stürzen ab, der Junge kotzt, ich auch, ich bin gefangen. Nichts davon war wahr. Nur in meinem Kopf. Mein Freund hat bei der Landung ein Video von mir gemacht, das im Nachhinein mit Bildern zeigt, wie sehr das irrationale Denken doch das gegenwärtige Erleben einschränkt. Und … das mein Gesicht ein Buch der Emotionen ist, das wusste ich so nicht, ich bin ja nicht so der Selfietyp.

Zuerst sieht man wie ich im Sitz hänge mit allen vieren wie ein Affe und stammle: „Nie wieder, das mach ich nie wieder!“ „Hubschrauber ist viel weniger wild!“ Dann ist ein paar Sekunden Ruhe. Man sieht wie sich mein Gesicht entspannt und die Emotionen komplett wechseln. „Aber das war das Schönste was ich je erlebt habe!“

Wirklich, das war das Schönste was ich je erlebt habe, natürlich neben all dem anderen Schönsten, was ich je gesehen habe auf Island. Man sah wie der Gletscher Muster bildet mit der Vulkanasche. Rote Krater. Grüne leuchtende Berge mit riesigen Gletschern im Hintergrund. Die Hochebene, die von mir so geliebte Hochebene mit Seen, man glaubt es nicht wenn man es nicht gesehen hat. Ein unberührter wunderschöner Planet! Riesige blaue und kleine türkise Seen. Dazwischen nichts! Schwarzer Sand. Eine einsame Strasse die wir noch befahren werden (Ja R…, es muss sein). Dann, wenn man denkt „Schöner gehts nicht!“ kommt Landmannalaugar von oben. Ein Farbenspiel. Das Lavafeld. Kleine Seen, die wir von unten nicht entdeckt haben. Der geheime mintfarbene Berg, der wohl nur durch tagelanges Wandern erreichbar ist. Dann wieder diese tiefgrünen strahlenden Berge. Ihr solltet mich sehen wenn ich das erzähle, das löst in mir und auch anderen große Emotionen aus, manche haben zu mir gesagt: „Da krieg ich Gänsehaut!“

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Iceland from above veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Iceland from above veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Island von oben veganinchen

Bin trotz alle dem seit kurzem ein bisschen zwiespältig, Island in so großen Tönen zu bewerben, denn eigentlich möchte ich dass diese ursprünglichen Gebiete so bleiben wie sie sind, unberührt. Auch von mir. Die ja auch immer Spuren hinterlässt, auch wenn ich mich sehr bemühe. Und auch das Flugzeug war nicht gerade eine ökologische Meisterleistung. Aber ich muss es teilen, diese Schönheit um zu schreien: Schaut her! Das ist unsere Mutter Erde! Könnt ihr es fühlen? Bitte passt auf sie auf! Außerdem: fragen schöne Dinge nicht nach Aufmerksamkeit.

Ja, das sind meine Gefühle, die guten und die schlechten und die geteilten und die echten.

Kurz vor der Landung hat man die Sandwüste Skeidaràrsandur von oben gesehen. Auch sie bildet wunderbare Muster, Wasserausläufe, Schattierungen.

Island von oben veganinchen

die Ringstrasse

Island von oben veganinchen

Nach der Landung war ich komplett kaputt. Von der ganzen Angst und den ganzen Eindrücken. Zittrig und glücklich. Wir sind dann noch weiter zur Gletscherlagune Jökulsarlon gefahren, weil wir ja schon quasi um die Ecke da waren. Diesmal hatten wir das Glück sie bei schönem Wetter erleben zu dürfen und sie war genauso blau, genauso wunderschön, genauso berührend wie letztes Jahr. Wir spazierten auch vor zum Meer, dorthin wo die Eisklumpen ins offene Meer schwimmen. Ein paar liegen auch auf dem schwarzen Strand und ergeben ein eindrucksvolles Fotomotiv. Wir schauten ein bisschen, setzen uns in den schwarzen Sand, legten unsere Köpfchen nach hinten und schwupps, schliefen wir alle ein. (So etwas geht auf Island nur an sehr sehr schönen Tagen). Nicht nur ich war von dem Abenteuer mitgenommen. Nach einem kurzen Powernap bin ich aber wieder wach geworden und hab die Männer gerüttelt, die da lagen wie seit Tagen angespült.

Jökulsárlón veganinchen

Jökulsárlón veganinchen

Jökulsárlón veganinchen

Jökulsárlón veganinchen

Jökulsárlón veganinchen

Jökulsárlón veganinchen

Jökulsárlón veganinchen

Nebenan ist noch eine Gletscherlagune – Fjallsárlón

Gletscherliebe

Glücklich sind wir den schönen Weg über die Ringstrasse wieder zurückgefahren und machten noch Halt im Eldhraun und in Vik, wo wir im Grocery Store doch tatsächlich VEGO kaufen konnten, in Island! Bei uns in keinem der Supermärkte, aber in Island. Wir gingen zum Strand von Vík í Mýrdal östlich der drei Felsnadeln, den Reynisdrangar. Es ist ein schwarzer Lavastrand, eindrucksvoller Kontrast zur weißen Gischt, Papageientaucher liessen sich in den Wellen wiegen. Das war ein wundervoller Tag, für den ich trotz Angst sehr dankbar bin.

Vik veganichen

Vik veganichen

Vik veganichen

 

Tag 4

Dann kam das angekündigte schlechte Wetter. Der unüberlegten Aussage meines Freundes sei Dank sind wir nicht an diesem Tag nach Landmannalaugar gefahren sondern: zum Black Sand Beach, Reynisfjara, westlich von den drei Felsnadeln, also ganz nahe dem Abschluss von gestern. Vorher waren wir noch kurz bei Dyrhólaey, Papageientaucher beobachten.

Dyrholaey veganinchen

Als wir beim schwarzen Strand angekommen sind hat es so geregnet, dass wir erstmal nicht aus dem Auto gestiegen sind. Aber es wurde nicht besser. Daher: Raus. Kamera schützen und rein ins kalte Nass. Trotz unangenehmster Wetterbedingungen beeindruckte dieser Strand mit seinen Basalthöhlen und der erbarmungslosen Naturgewalt. Hohe blaue Wellen, schwarzer Sand und graue Steine die alle in einer mysteriösen Gleichmäßigkeit angeordnet waren, grüne Grashügel, weiße Gischt, horizontaler Regen. Nass bis auf die Unterhose, voller Energie aber auch Respekt hab ich wieder Duft, Geräusch, Kraft, Bild und feuchte Meeresluft in mich aufgenommen.

Blacksandbeach veganinchen

Blacksandbeach veganinchen

Blacksandbeach veganinchen

Blacksandbeach veganinchen

Wie ich im Nachhinein erfahren habe ist Reynisfjara ein sehr gefährlicher Strand bei dem schon mehrere Touristen – die zu nah ans Wasser gegangen sind – reingezogen wurden und starben. Auch gibt es Videos von riesigen Wellen, die das Wasser bis zu den Basaltwänden spülen, egal ob da jemand zufällig steht oder nicht. Man kann es am Strand niemals abschätzen wieviel Macht in so einer Welle steckt.

Das Wetter wurde nicht besser. Egal ob nass oder nässer, auch beim Skogafoss nass raus aus dem Auto ins noch nässere Wetter zum Tröpfchen sprühenden Skogafoss, rein in die starke Energie. Wahrscheinlich dem schrecklichen Wetter geschuldet war ich kurz mit ihm alleine! Ich hatte den Skogafoss für eine Minute ganz für mich alleine!!

skogafoss veganinchen

An diesem Tag hatte ich drei Jacken mit und alle waren bereits nass. Wir fuhren noch zum Seljavellir hot pot. Er ist nicht direkt neben eine Parkplatz, man wandert ca. 15 Minuten zu ihm hin. In unserem Fall in strömendem Regen. Komplett erfroren erreicht man dann die Umkleide, ein sagen wir mal – etwas vernachlässigter Ort – schlüpft dort zitternd in seine Badekleider und springt hilfesuchend in den Pool. Es war nicht heiß, es war lauwarm. An einem Eck kommt aus einem Rohr heißes Wasser, aber davor versammelten sich die anderen Schwimmgäste wie die Bienen. Netterweise wechselten wir uns aber ab sodass wir 5 Minuten siedend heißes Islandwasser über uns laufen lassen konnten. Dann muss man aber irgendwann wieder raus aus dem Pool. Es ist so, wie man es sich vorstellt. Eiskalt, ganz ungemütlich. Nass raus aus dem Wasser, eiskalt rein in die bereits nassen Klamotten und schnell zurück zum Auto, bei immer noch strömendem Regen. Die armen Männer mussten diese Nacht wieder im Zelt verbringen, ich war aber so dankbar um mein Zimmer und die Dusche und die Möglichkeit unsere Sachen zum Trocknen aufzuhängen.

seljavellir veganinchen

seljavellir veganinchen

Tag 5

Time to leave. Wir verliessen nach einem kurzen Besuch des Seljalandsfoss und des neben ihm liegenden versteckten Gljufrafoss, der sich in einer Felsspalte befindet und bei dem sich die Reinkletterei mehr als lohnt, den Süden.

Auf dem Weg und dem Rückweg zu meinem Guesthouse, welches sich in der Tiefebene neben der Ringstrasse befand, brüteten Vögel in den Sandbänken (Mitte Juli). Leider war es nachvollziehbar so, dass jedes Auto für sie einen potentiellen Feind darstellte. Die mutigen Vögel flogen vor jedes Auto und landeten sogar, um ihre Brut zu verteidigen. Man stelle sich das vor, ein kleiner Vogel gegen das Monstrum Auto. Wir sind natürlich stehen geblieben und ausgestiegen, mir kamen bei dem Anblick und der Demut vor soviel Tapferkeit auch die Tränen, aber anderen Autofahrern war das einfach egal. Wir haben nicht nur ein überfahrenes Vögelpärchen gesehen, es war schrecklich. Diese Gebiete erfordern sehr viel Rücksichtnahme, man muss wirklich im Schritttempo fahren und teilweise stehenbleiben, für viele sind diese Vögel nicht Grund genug etwas später als geplant anzukommen. Wir haben die Stellen fotografiert und an die environment agency geschickt mit der Hoffnung, dass zumindest ein Schild aufgestellt werden kann – wie auch in anderen Gebieten (bei Brücken steht zb. öfters: Achtung Seevögel). Ich sehe hier dringenden Handlungsbedarf. So wie bei uns auch bei den Amphibien und zur Zeit auch Raupen und anderen Insekten, die zu hunderten bestimmte Strassen überqueren und einfach überfahren werden.

An Tag 5 war unser Ziel Snæfellsnes. Bevor wir aber dort ankamen, haben wir spontan nochmal den Geysr Strokkur besucht und uns auf die Suche nach dem Bruarfoss gemacht. Schwer zu finden, weil dort leider noch kein Pfad angelegt wurde. Was sich darauf auswirkt dass alle orientierungslos in den Büschen umherirren und sich keiner auskennt. Irgendwie findet man ihn aber dann doch und wow! Was für ein BLAU, wie beim Jökulsarlon. Er ist in der Mitte tiefer, deshalb erscheint das blau so intensiv. Wunderschön, dieses Eisblau. Islandblau.

Bruarfoss veganinchen

Bruarfoss veganinchen

Bruarfoss veganinchen

Bruarfoss veganinchen

Vom Abenteuer Snæfellsnes und unsere Weiterreise in die Westfjorde in Teil 2 des Islandsblog 2017.

 

 

 

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